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Freitag, 1. April 2016

#11 - Die Sache mit der Selbsteinschätzung...

Mir ist in letzter Zeit wieder extrem aufgefallen wie verrückt meine Selbsteinschätzung ist, oder besser gesagt wie verdreht ich mich selbst sehe. Um das ganze mal besser zu erklären und verständlich zu machen, ein paar Beispiele.
Immer wenn ich an einer Gruppe Menschen vorbeigehe und diese dann anfangen zu lachen, habe ich unweigerlich das Gefühl, dass ich ausgelacht werde. Lässt das auf mangelndes Selbstwertgefühl schließen? Wahrscheinlich. Zur gleichen Zeit sagt der rationale Teil meines Gehirns natürlich, dass das absoluter Quatsch ist. Aber genau wie mit meiner Angst vor Spinnen, bei der mir auch vollkommen klar ist, dass sie unlogisch ist und von einer Spinne (so wie sie in Mitteleuropa zu finden ist) keine akute Gefahr ausgeht, aber diese andere Stimme in meinem Kopf schreit so laut "PANIK!!!", dass sie die andere vollkommen unterdrückt und ich in Panik verfalle. Und so ähnlich ist das auch in solchen Situation. Auch wenn ich weiß, dass ich mit jemandem befreundet bin, bleibt trotzdem dieses Gefühl, dass das vielleicht doch nur Mitleid oder irgendein Trick ist, so wahnsinnig das auch klingen mag. Die Frage ist: Liegt dieses Gefühl daran, dass ich mich selbst nicht so richtig leiden kann und so viele Fehler an mir sehe, die anderen vermutlich gar nicht auffallen?
Seid ihr jemals mit mehreren Menschen unterwegs und denkt euch "Wow, ich könnte jetzt genauso gut nicht hier sein, das würde keinem auffallen", weil ihr euch einfach merkwürdig fühlt und nicht denkt, dass es einen Unterschied macht, weil ihr sowieso nichts beizutragen habt? Das weitet sich besonders auf Gespräche aus. Ich habe wahnsinnig oft das Gefühl, dass ich am besten gar nichts sage, weil alles was ich sagen würde einfach uninteressant ist und niemanden interessieren würde. Das Gefühl, dass das eigene Leben im Vergleich zu dem von Anderen extrem uninteressant ist. Aber zur selben Zeit ist es auch irgendwie blöd gar nichts zu sagen, weil man dann denkt, dass man nur blöd daneben sitzt und die Anderen sich fragen, wieso man nichts sagt oder wo das Problem liegt.
Das Problem liegt bei mir. Soviel steht schon mal fest. Wieso? Nun ja, ich habe da mal ein bisschen drüber nachgedacht (beim Auto fahren und Zähneputzen, wo ich immer die besten Ideen habe) und mir ist aufgefallen wie wahnsinnig hart ich mich selbst kritisiere. Nicht nur auf diese gesellschaftlichen und sozialen Bereiche bezogen (die ich aber wirklich noch nicht so ganz gemastert habe, ganz objektiv betrachtet), sondern auch auf alles andere: meine akademische Laufbahn (das klingt so erwachsen und intelligent), meine Intelligenz und natürlich auch meinen Körper und mein Aussehen. Wenn es um andere Menschen geht sehe ich selbst wie akzeptierend ich bin, jeder soll sein wie er will und Makel sind nicht schlecht, sondern gehören ganz einfach zum Leben dazu. Sobald es aber um mich selbst geht werde ich wahnsinnig hart in meiner Kritik. Aber wieso? Wieso sind Dinge, die ich bei meinen Mitmenschen vollkommen in Ordnung finde auf einmal grausam und schrecklich, wenn es um mich selber geht? Ist das nicht fast sogar schon Doppelmoral? Bescheuert ist es in jedem Fall. Nastürlich ist ein bisschen Eigenkritik nicht schlecht, das möchte ich gar nicht sagen, irgendwie muss man ja besser werden und weiterkommen, aber irgendwo geht es dann doch zu weit, wenn man sich bei allem was man tut so hart kritisiert.
Und deswegen habe ich jetzt beschlossen das alles ein wenig lockerer zu sehen und nicht mehr so hart zu mir selbst zu sein.

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