Ich glaube wir alle wünschen uns manchmal in unsere Lieblingsfilme oder - serien eintauchen zu können. Zumindest kurz mal in einer anderen Welt leben.
Im letzten Jahr habe ich ein neues Hobby gefunden, dass mir genau das erlaubt: LARP.
Aber was ist LARP eigentlich?
LARP steht für Live Action Role Play und ist prinzipiell nichts anderes als "Mutter-Vater-Kind" Spiele für Erwachsene. Als Kinder haben wir alle die verrücktesten Spiele gespielt, wir waren Piraten auf der Suche nach einem Schatz, Cowboys, die durch den wilden Westen reiten oder Monsterjäger auf der Mission die Welt zu retten. Und das alles mit Hilfe unserer Fantasie. Genau das ist LARP. Es wird zwar allgemeinhin gesagt, dass Kinder ihre Fantasie mit den Jahren "verlieren", ich würde jedoch behaupten, dass sie aberzogen wird. Es ist alles noch da und wir müssen uns nur von gesellschaftlichen Normen losmachen um sie wiederzufinden.
Es gibt super viele verschiedene (professionelle) LARPs zu allen möglichen Themen, wie zum Beispiel mittelalterliche Fantasiewelten, Harry Potter inspirierte Schulen, Piraten, Vampire,... Die Liste hat kaum ein Ende. Die Grenzen sind nur die Grenzen der Fantasie und das ist ja das schöne.
Meine erste LARP-Erfahrung habe ich Halloween 2018 gemacht. Zu der Zeit habe ich mit meiner besten Freundin Sophie zusammengewohnt und wir hatten für eine Weile eine gewisse Melancholie zu unserer Twilight Phase was wir zum Anlass nahmen, uns als Vampire verkleiden zu wollen (it's all about the aesthetic). Weil wir aber Sachen nicht auf einem gedingenen, normalen Level machen können und uns gegenseitig immer wieder neue Ideen zuwerfen ist die ganze Geschichte ein wenig eskaliert und resultierte letztlich in einem selbst geschriebenen Krimidinner für 8 unserer Freunde, die sich alle als Vampire am französischen Hof in 1704 verkleiden mussten.
Es lief sicher nicht alles glatt, aber damit hatten wir Blut geleckt. Das organisieren, die Vorfreude und die kreative Arbeit, die wir in dieses Dinner gesteckt hatten, ließ uns nicht los. Also kam im April 2019 die zweite Installation.
Schon bevor wir diese ersten Erfahrungen gesammelt haben, ist unsere kollektive Aufmerksamkeit bei "Fairweather Manor" hängengeblieben. Fairweather Manor war ein Downton Abbey inspiriertes LARP, auf das wir beide gerne gehen wollten. Wie die meisten "professionellen" LARPs, war es allerdings relativ teuer und für uns so eigentlich nicht drin. Da saßen wir eines Abends in unserer Küche und dachten uns "Wieso machen wir sowas eigentlich nicht selber?". Und wie immer, wenn eine von uns eine Idee in den Raum warf, wurde sie nicht verworfen, sondern weitergespunnen und letzten Endes stand im November 2019 das erste Mal "Somerton Hall", unser eigenes Downton Abbey inspiriertes LARP statt.
Es ist schwer festzulegen was genau am Organisieren dieser LARPs so viel Spaß macht, aber wenn ich eine Antwort geben müsste würde ich sagen, dass es die Kombination der kreativen Arbeit und den organisatorischen Aspekten ist. Es ist einfach super vielfältig.
Ich habe aber vor in anderen Posts noch einmal genauer darauf einzugehen wie wir unsere LARPs planen und was alles an Arbeit und Planung hinter einem Wochenende "play pretend" steckt. Denn, wer hätte es gedacht: Momentan sind zwei LARPs in Planung. Somerton Hall 2 für November 2020 und Brockenburg (ein Harry Potter inspiriertes LARP) für Januar 2021.
Es ist tatsächlich soweit: Klein-Jenny muss sich Gedanken darüber machen, was sie mit ihrem Leben anstellen will. Und was macht man da am Besten? Einen Blog erstellen, um mit der ganzen Welt diese Verwirrungen und vielleicht auch lustigen Geschichten zu teilen, natürlich!
Sonntag, 14. Juni 2020
# 16 - Miss Rona und 2020
Und erneut muss ich damit beginnen zu sagen, dass ich nach dem letzten Post super motiviert war jetzt dann auch wirklich regelmäßig Blogeinträge zu schreiben (ich hatte mir sogar verschiedene Ideen für Themen aufgeschrieben), aber letzten Endes siegt dann doch immer die Faulheit oder Demotivation.
Zumindest so lange bis ein neuer großer Schub Motivation mit all ihren Versprechungen und Ideen auftaucht. Schwerlich zu erkennen hat sie mich jetzt erneut gepackt (es bleibt abzuwarten wie lange sie diesmal bleibt).
Bevor ich mit Einträgen über all die kleinen Dinge beginnen kann, mit denen mein Hirn sich den ganzen Tag so beschäftigt, muss natürlich der "Elefant in the room" angesprochen werden: Der absolute Wahnsinn der 2020 ist.
Aber der Reihe nach. Beginnen wir da wo wir aufgehört haben: Im September 2019.
Am Ende des letzten Eintrags konnte man vielleicht heraushören, dass ich zwar unglaublich glücklich in meinem Job war, aber das gefühlt hatte zu stagnieren. Nach einer Weile ist die Arbeit doch zu einem großen Teil sehr repetetiv und obschon das natürlich auch Vorteile bringt (eine Komfortzone, in der man sicher agieren kann), fehlt auf Dauer einfach neue Stimulation.
Es lässt sich darüber streiten, ob dies mit der Art und Weise zusammenhängt wie meine (und jüngere) Generationen aufgewachsen sind. Uns wurde von klein auf durch Filme, Serien und Bücher versprochen, dass unser Leben auf etwas großartiges, außergewöhnliches herauslaufen wird. Letzten Endes ist das aber nicht wie die Welt funktioniert, also suchen wir nun konstant nach etwas, das es gar nicht gibt in der Hoffnung auf Erfüllung.
Ich hatte also begonnen mich nach verschiedenen Studiengängen umzuhören und nach anderen Ideen für meine Zukunft zu suchen. Ich musste auch gar nicht weit schauen. Im Dezember 2019 bei meinem Jahresendgespräch wurde mir auf der Arbeit eine neue Position angeboten. Statt im Au Pair USA Team zu arbeiten, bot man mir an in das Au Pair "Andere Länder" (Australien, Neuseeland, Kanada und China) Team zu wechseln. Ich sollte die Verantwortung für Au Pair in Australien übernehmen und dieses Land betreuen. Das würde für mich bedeuten: neue Abläufe und Regelungen lernen, in einem anderen Team arbeiten und vor allem: Mehr Verantwortung.
Obschon ich sehr an Au Pair USA hing (die Melancholie das Programm selber gemacht zu haben wird daran nicht unbeteiligt gewesen sein), habe ich letzten Endes die neue Position angefangen und zu Anfang Januar begonnen das Au Pair in Australien Programm zu betreuen.
Und es hat schon gut angefangen mit den Buschbränden. Das war für die Einarbeitung auf jeden Fall nicht ganz so förderlich, aber irgendwie geht ja alles. Ich habe mich langsam in die neue Position eingefunden und Schritt für Schritt neue Sachen gelernt.
Und dann kam Corona.
Ich will gar nicht auf den privaten Aspekt eingehen, das würde jetzt deutlich den Rahmen sprengen, aber im Tourismus zu arbeiten während einer weltweiten Pandemie ist schon eine Erfahrung.
Gerade im März, als es so richtig losging war es - und ich kann es nicht anders beschreiben - furchtbar. Wir haben alle Überstunden en masse gemacht und die meiste Zeit unserer Tage damit verbracht uns am Telefon anschreien zu lassen. Zum Glück hat sich das irgendwann etwas gelegt und wir sind nur noch mit dem Problem konfrontiert, dass niemand mehr verlässliche Aussagen tätigen kann. "Wann kann ich wieder einreisen?" "Geht mein Flug denn auch sicher?" "Wann wird mein Visum bestätigt?", alles Fragen, die ich jeden Tag höre und nur mit einem sicheren "Ich weiß es nicht" beantworten kann.
Abgesehen davon macht Covid-19 auch in einem anderen Aspekt mein Arbeitsleben nicht ganz einfach: Die Tourismusbranche verdient kein Geld mehr. AIFS ist glücklicherweise noch relativ gut aufgestellt, aber natürlich auch nicht immun gegen fehlende Einnahmen. Heißt kurz gesagt: Wir sind in Kurzarbeit. Zwar nicht in 100%, aber es ist schon ein Unterschied von 40 Stunden auf 20 Stunden runterzugehen (vor allem wenn die Arbeit selbst dabei nicht auch weniger wird).
Um aber wieder auf positivere Gedanken zu kommen: 20 Stunden zusätzliche Freizeit pro Woche bedeuten auch mehr Zeit für mich und meine kreativen Ausbrüche.
Bis jetzt haben sie sich nicht auf den Blog konzentriert, sondern auf andere Dinge (die vermutlich aber auch ihren Weg hierhin finden werden), aber wer weiß, vielleicht habe ich ja jetzt ein altes Hobby wiederentdeckt?
Zumindest so lange bis ein neuer großer Schub Motivation mit all ihren Versprechungen und Ideen auftaucht. Schwerlich zu erkennen hat sie mich jetzt erneut gepackt (es bleibt abzuwarten wie lange sie diesmal bleibt).
Bevor ich mit Einträgen über all die kleinen Dinge beginnen kann, mit denen mein Hirn sich den ganzen Tag so beschäftigt, muss natürlich der "Elefant in the room" angesprochen werden: Der absolute Wahnsinn der 2020 ist.
Aber der Reihe nach. Beginnen wir da wo wir aufgehört haben: Im September 2019.
Am Ende des letzten Eintrags konnte man vielleicht heraushören, dass ich zwar unglaublich glücklich in meinem Job war, aber das gefühlt hatte zu stagnieren. Nach einer Weile ist die Arbeit doch zu einem großen Teil sehr repetetiv und obschon das natürlich auch Vorteile bringt (eine Komfortzone, in der man sicher agieren kann), fehlt auf Dauer einfach neue Stimulation.
Es lässt sich darüber streiten, ob dies mit der Art und Weise zusammenhängt wie meine (und jüngere) Generationen aufgewachsen sind. Uns wurde von klein auf durch Filme, Serien und Bücher versprochen, dass unser Leben auf etwas großartiges, außergewöhnliches herauslaufen wird. Letzten Endes ist das aber nicht wie die Welt funktioniert, also suchen wir nun konstant nach etwas, das es gar nicht gibt in der Hoffnung auf Erfüllung.
Ich hatte also begonnen mich nach verschiedenen Studiengängen umzuhören und nach anderen Ideen für meine Zukunft zu suchen. Ich musste auch gar nicht weit schauen. Im Dezember 2019 bei meinem Jahresendgespräch wurde mir auf der Arbeit eine neue Position angeboten. Statt im Au Pair USA Team zu arbeiten, bot man mir an in das Au Pair "Andere Länder" (Australien, Neuseeland, Kanada und China) Team zu wechseln. Ich sollte die Verantwortung für Au Pair in Australien übernehmen und dieses Land betreuen. Das würde für mich bedeuten: neue Abläufe und Regelungen lernen, in einem anderen Team arbeiten und vor allem: Mehr Verantwortung.
Obschon ich sehr an Au Pair USA hing (die Melancholie das Programm selber gemacht zu haben wird daran nicht unbeteiligt gewesen sein), habe ich letzten Endes die neue Position angefangen und zu Anfang Januar begonnen das Au Pair in Australien Programm zu betreuen.
Und es hat schon gut angefangen mit den Buschbränden. Das war für die Einarbeitung auf jeden Fall nicht ganz so förderlich, aber irgendwie geht ja alles. Ich habe mich langsam in die neue Position eingefunden und Schritt für Schritt neue Sachen gelernt.
Und dann kam Corona.
Ich will gar nicht auf den privaten Aspekt eingehen, das würde jetzt deutlich den Rahmen sprengen, aber im Tourismus zu arbeiten während einer weltweiten Pandemie ist schon eine Erfahrung.
Gerade im März, als es so richtig losging war es - und ich kann es nicht anders beschreiben - furchtbar. Wir haben alle Überstunden en masse gemacht und die meiste Zeit unserer Tage damit verbracht uns am Telefon anschreien zu lassen. Zum Glück hat sich das irgendwann etwas gelegt und wir sind nur noch mit dem Problem konfrontiert, dass niemand mehr verlässliche Aussagen tätigen kann. "Wann kann ich wieder einreisen?" "Geht mein Flug denn auch sicher?" "Wann wird mein Visum bestätigt?", alles Fragen, die ich jeden Tag höre und nur mit einem sicheren "Ich weiß es nicht" beantworten kann.
Abgesehen davon macht Covid-19 auch in einem anderen Aspekt mein Arbeitsleben nicht ganz einfach: Die Tourismusbranche verdient kein Geld mehr. AIFS ist glücklicherweise noch relativ gut aufgestellt, aber natürlich auch nicht immun gegen fehlende Einnahmen. Heißt kurz gesagt: Wir sind in Kurzarbeit. Zwar nicht in 100%, aber es ist schon ein Unterschied von 40 Stunden auf 20 Stunden runterzugehen (vor allem wenn die Arbeit selbst dabei nicht auch weniger wird).
Um aber wieder auf positivere Gedanken zu kommen: 20 Stunden zusätzliche Freizeit pro Woche bedeuten auch mehr Zeit für mich und meine kreativen Ausbrüche.
Bis jetzt haben sie sich nicht auf den Blog konzentriert, sondern auf andere Dinge (die vermutlich aber auch ihren Weg hierhin finden werden), aber wer weiß, vielleicht habe ich ja jetzt ein altes Hobby wiederentdeckt?
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