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Sonntag, 14. Juni 2020

# 16 - Miss Rona und 2020

Und erneut muss ich damit beginnen zu sagen, dass ich nach dem letzten Post super motiviert war jetzt dann auch wirklich regelmäßig Blogeinträge zu schreiben (ich hatte mir sogar verschiedene Ideen für Themen aufgeschrieben), aber letzten Endes siegt dann doch immer die Faulheit oder Demotivation.
Zumindest so lange bis ein neuer großer Schub Motivation mit all ihren Versprechungen und Ideen auftaucht. Schwerlich zu erkennen hat sie mich jetzt erneut gepackt (es bleibt abzuwarten wie lange sie diesmal bleibt).

Bevor ich mit Einträgen über all die kleinen Dinge beginnen kann, mit denen mein Hirn sich den ganzen Tag so beschäftigt, muss natürlich der "Elefant in the room" angesprochen werden: Der absolute Wahnsinn der 2020 ist.
Aber der Reihe nach. Beginnen wir da wo wir aufgehört haben: Im September 2019.
Am Ende des letzten Eintrags konnte man vielleicht heraushören, dass ich zwar unglaublich glücklich in meinem Job war, aber das gefühlt hatte zu stagnieren. Nach einer Weile ist die Arbeit doch zu einem großen Teil sehr repetetiv und obschon das natürlich auch Vorteile bringt (eine Komfortzone, in der man sicher agieren kann), fehlt auf Dauer einfach neue Stimulation.
Es lässt sich darüber streiten, ob dies mit der Art und Weise zusammenhängt wie meine (und jüngere) Generationen aufgewachsen sind. Uns wurde von klein auf durch Filme, Serien und Bücher versprochen, dass unser Leben auf etwas großartiges, außergewöhnliches herauslaufen wird. Letzten Endes ist das aber nicht wie die Welt funktioniert, also suchen wir nun konstant nach etwas, das es gar nicht gibt in der Hoffnung auf Erfüllung.
Ich hatte also begonnen mich nach verschiedenen Studiengängen umzuhören und nach anderen Ideen für meine Zukunft zu suchen. Ich musste auch gar nicht weit schauen. Im Dezember 2019 bei meinem Jahresendgespräch wurde mir auf der Arbeit eine neue Position angeboten. Statt im Au Pair USA Team zu arbeiten, bot man mir an in das Au Pair "Andere Länder" (Australien, Neuseeland, Kanada und China) Team zu wechseln. Ich sollte die Verantwortung für Au Pair in Australien übernehmen und dieses Land betreuen. Das würde für mich bedeuten: neue Abläufe und Regelungen lernen, in einem anderen Team arbeiten und vor allem: Mehr Verantwortung.
Obschon ich sehr an Au Pair USA hing (die Melancholie das Programm selber gemacht zu haben wird daran nicht unbeteiligt gewesen sein), habe ich letzten Endes die neue Position angefangen und zu Anfang Januar begonnen das Au Pair in Australien Programm zu betreuen.
Und es hat schon gut angefangen mit den Buschbränden. Das war für die Einarbeitung auf jeden Fall nicht ganz so förderlich, aber irgendwie geht ja alles. Ich habe mich langsam in die neue Position eingefunden und Schritt für Schritt neue Sachen gelernt.
Und dann kam Corona.
Ich will gar nicht auf den privaten Aspekt eingehen, das würde jetzt deutlich den Rahmen sprengen, aber im Tourismus zu arbeiten während einer weltweiten Pandemie ist schon eine Erfahrung.
Gerade im März, als es so richtig losging war es - und ich kann es nicht anders beschreiben - furchtbar. Wir haben alle Überstunden en masse gemacht und die meiste Zeit unserer Tage damit verbracht uns am Telefon anschreien zu lassen. Zum Glück hat sich das irgendwann etwas gelegt und wir sind nur noch mit dem Problem konfrontiert, dass niemand mehr verlässliche Aussagen tätigen kann. "Wann kann ich wieder einreisen?" "Geht mein Flug denn auch sicher?" "Wann wird mein Visum bestätigt?", alles Fragen, die ich jeden Tag höre und nur mit einem sicheren "Ich weiß es nicht" beantworten kann.
Abgesehen davon macht Covid-19 auch in einem anderen Aspekt mein Arbeitsleben nicht ganz einfach: Die Tourismusbranche verdient kein Geld mehr. AIFS ist glücklicherweise noch relativ gut aufgestellt, aber natürlich auch nicht immun gegen fehlende Einnahmen. Heißt kurz gesagt: Wir sind in Kurzarbeit. Zwar nicht in 100%, aber es ist schon ein Unterschied von 40 Stunden auf 20 Stunden runterzugehen (vor allem wenn die Arbeit selbst dabei nicht auch weniger wird).
Um aber wieder auf positivere Gedanken zu kommen: 20 Stunden zusätzliche Freizeit pro Woche bedeuten auch mehr Zeit für mich und meine kreativen Ausbrüche.
Bis jetzt haben sie sich nicht auf den Blog konzentriert, sondern auf andere Dinge (die vermutlich aber auch ihren Weg hierhin finden werden), aber wer weiß, vielleicht habe ich ja jetzt ein altes Hobby wiederentdeckt?

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