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Mittwoch, 18. September 2019

#15 - Das Ende?

Und wer hätte das gedacht? Nach über zweieinhalb Jahren habe ich mich tatsächlich wieder an die Existenz dieses Blogs erinnert und mich hat das Bedürfnis überkommen wieder anzufangen zu bloggen.
Ich weiß kaum wo ich anfangen soll mit all den Dingen, die sich verändert haben, all den Updates in meinem Leben, seit dem letzten Post.
Was ich sagen kann ist aber folgendes: Die Zukunft, wie sehr man auch vor ihr weglaufen möchte, holt einen immer wieder ein. Das muss aber nichts schlechtes sein. In den letzten Jahren habe ich allen voran gelernt: Es geht immer weiter und irgendwann lösen sich alle Problem. Im Englischen gibt es die schöne Aussage "everything will fall into place" und besser kann ich es nicht beschreiben.
Vor dem Studium, während dem Studium und auch jetzt noch wirkt die Zukunft so furchteinflößend und groß und ungewiss, aber irgendwie kommt doch alles immer zusammen.
Und ganz wie in akademischen Arbeiten kommt nach der Ausführung der Theorie dann die tatsächliche Anwendung ebenjener, oder in diesem Fall eben: Das habe ich bis jetzt gemacht.

Der letzte Stand auf diesem Blog war, dass ich in meinem dritten Semester des Germanistikstudiums war, mit wenig Perspektive oder Lust auf alles was nach dem Studium wohl folgen könnte. In der Zwischenzeit habe ich es geschafft mein Studium abzuschließen und tatsächlich schon ein Jahr in Vollzeit zu arbeiten. Und das kam ganz unverhofft.
Gegen Ende meines fünften Semesters wurde mir nämlich auf einmal bewusst, dass es nur noch ein weiteres Semester geben würde, danach wäre ich fertig und was soll ich denn dann bitte machen? Das Masterstudium war nur als Notfallplan irgendwo in meinem Gehirn hinterlegt, eigentlich war ich ziemlich durch mit Studieren und konnte es gar nicht erwarten endlich fertig zu sein.
Also habe ich mich in die furchteinflößende Welt der Jobsuche begeben. Und mit jeder weiteren Jobausschreibung, die ich mir angeschaut habe wurde ich demotivierter und demotivierter. Das Problem mit dem Studieren einer Geisteswissenschaft ist nämlich, dass das Studium selbst super ist, aber die Aussicht im Anschluss daran eher weniger. Niemand wollte mich haben, ist was ich eigentlich ausdrücken sollte.
Auf gut Glück bin ich dann auf die Website von AIFS, meiner ehemaligen Au Pair Agentur gegangen. Für diese habe ich während des Studiums auch immer mal wieder auf Vorbereitungstreffen mitgeholfen und mir währen diesen immer gedacht "Wow! Das ist mein absoluter Traumjob, genau das will ich einmal machen!", ohne große Hoffnung natürlich, denn wieso würden die mich haben wollen, wenn dort doch sicherlich alle Mitarbeiter Schlange stehen?
Zufälligerweise war auf der Website dann gerade ein Praktikumsplatz in der Au Pair USA Abteilung ausgeschrieben und da ich in meinem sechsten Semester sowieso keine Kurse mehr haben würde und nur noch meine Bachelorarbeit schreiben musste, habe ich mich direkt auf diese Stelle beworben. Und zack, wurde ich auch zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen. Ich war davor natürlich super nervös, aber als ich da war musste ich feststellen, dass es gar keinen Grund dafür gab, denn noch bevor das Gespräch richtig angefangen hatte wurde ich gefragt, ob ich anstelle des Praktikums vielleicht auch eine Vollzeitanstellung antreten wollen würde, zufälligerweise war nämlich gerade eine Stelle frei geworden. Ob ich das wollen würde? Man hatte mir ja gerade nur meinen Traumjob angeboten.
Um euch die weiteren Details zu ersparen: Seit August 2018 arbeite ich jetzt als "Program Specialist Au Pair". Und auch wenn nicht jeder Tag toll ist (wie das eben so ist im Leben), kann ich mich wirklich unglaublich glücklich schätzen direkt nach dem Studium so einen tollen Job bekommen zu haben.

Und jetzt könnte man sich denken: Wow, das war doch jetzt ein Happy Ending, zu den 14 vorausgegangenen Posts, durch die man nur am Rande die existenziellen Ängste von Jenny mitbekommen hat. Aber wie das so ist im Leben, gibt es kaum jemals einen finalen Abschluss. Denn immer wenn man denkt "Da will ich hin" und dann tatsächlich dort ist fällt einem früher oder später auf, dass Stillstand nicht das Optimum der menschlichen Existenz ist.
Und mit diesem Cliffhanger würde ich den Post jetzt beenden. Ich bin noch lange nicht am Ende angekommen und habe vor weiterzugehen, die Frage ist natürlich nur immer: Welchen Weg werde ich jetzt einschlagen?

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